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Klappentext:
Hand hoch, wer John Carpenter’s „The Thing“ von 1982 nicht gesehen hat. Ok. Sicherlich hat sich der ein oder andere schon des Öfteren gefragt: Was ist da eigentlich passiert, bei den Norwegern, die zu Beginn des Filmes Jagd auf den infizierten Schlittenhund machen? Und wer bis dato versäumt hat, sich das – zugegeben heute recht skurril anmutende – Original aus den 50ern anzuschauen, erhält nun in Dank dieses grandiosen Prequals endlich die ersehnten Antworten.

The Thing
Regie: Matthijs van Heijningen Jr.
Label: Universal
Land/Herstellungsjahr: USA, Kanada 2011
Laufzeit: 99 Min.
FSK: ab 16

Einleitung:
Bereits Carpenter’s Klassiker ist ein Remake. Denn schon 1951 flimmerte „Das Ding aus einer Anderen Welt“ mit handgeschnitzten schwarz/weißen Gruseleffekten über die Leinwand. Vorlage war John W. Campbell Jrs. Kurzgeschichte „Who Goes There?“, immerhin aus dem Jahre 1938. Eine lange Historie also.

Inhalt:
Im Hinblick auf die eingangs erwähnte Erwartungshaltung bzgl. der Vorgeschichte zu den Ereignissen der 1982er Version, sei an dieser Stelle Folgendes gesagt: Achtung, Spoileralarm für den ganzen nächsten Absatz. Denn The Thing (2011) ist in der Tat ein lupenreines Prequal. Antarktis, 1982: Norwegische Wissenschaftler entdecken in ewigen Eis ein Raumschiff, das dort wohl schon seit mehreren 100 Jahren liegen muss.

Unweit der Absturzstelle wird ein ebenfalls im Eis eingeschlossenes Alien gefunden, das en bloc in die Forschungsstation gebracht wird. Trotz initialer Bedenken beginnt das Forschungsteam mit einigen Untersuchungen, bevor der Fund aufs Festland gebracht und der Weltöffentlichkeit präsentiert werden soll. Auch die Paläontologin Kate Lloyd hat so ihre Zweifel an der Sinnhaftigkeit und vor allem der Sicherheit des ganzen Unterfangens, muss sich aber dem Druck des Forschungsleiters Sander Halverson beugen. Doch wie in Horrorfilmen gemeinhin üblich bewahrheiten sich böse Vorahnungen meist recht zeitnah. Und während man am Abend schon reichlich voreilig den bevorstehenden Weltruhm begießt, beginnt der Eisblock im Nebengebäude zu schmelzen und einem äußerst miesen Alien Tür und Tor zu öffnen. Das kann jedwedes organischeres Wesen nach Belieben nachbilden und hat mit seinen vermeintlichen Entdeckern nichts Gutes im Sinn.

Bald beginnt ein nervenaufreibender Psychokrieg, bei dem keiner weiß, ob sein Gegenüber vielleicht schon eine bösartige Alienkopie ist. Matthijs van Heijningen Jr. hat sich viel Mühe gegeben, eine vergleichbare Stimmung zu erzeugen, wie John Carpenter in den 80ern. Angefangen beim Setting, der Kulisse der Forschungsstation bis hin zur Filmmusik und den Kameraeinstellungen passt alles perfekt und greift schön die angsterfüllte Atmosphäre von damals wieder auf. Lediglich die Special Effekts sprechen eine modernere Sprache, bieten aber eine klasse Mischung aus CGI-Effekten und Puppen. Die Darsteller können allesamt ordentlich punkten. Bewusst wurde auf allzu bekannte Gesichter verzichtet; einige der Schauspieler sind gebürtige Norweger, was dem Film eine große Menge Authentizität verleiht. Alles ist wirklich packend gespielt und toll in Szene gesetzt. Der Gang der Handlung ist – wie bei den meisten Filmen dieses Genres – natürlich grundlegend zu erahnen. Trotzdem macht das Zusehen, grade mit dem Wissen um die beiden Vorgängerfilme, jede Menge Spaß.

Fazit:
The Thing (2011) ist großes Kino. Was „Star Wars Episode I – III“ nicht geschafft haben, klappt hier im kleinen Rahmen ganz hervorragend. Denn wer sich den Carpenter-Film direkt im Anschluss ansieht, wird kaum einen Übergang bemerken. Das Schicksal des von Panik und Misstrauen gezeichneten Forscherteams, isoliert im ewigen Eis, fesselt einen vor dem Bildschirm. Der Spannungsbogen wurde mit der dicken Feder gezogen und mündet zum Finale in einem sehr klugen
filmischen Kniff. Ein wirklich gelungener Horror-Thriller, nach bester Manier und im Sinne des Großmeisters. Wer neuere Genrevertreter wie das „The Fog“-Remake oder „The Mist“ mag, oder Freund des 80er (Sci-Fi-)Horrors oder von Carpenter-Filmen an sich ist, sollte hier definitiv zugreifen. (VR)

Wertung:

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